Wem gehört New York?
Es fühle sich an "als werde die Farbe rausgedreht", erzählt eine New Yorkerin der ARD Korrespondentin Marion Schmickler beim Friseur. Von den Superreichen, den Jeff Bezos', den Rupert Murdochs, die sich zig Etagen in Luxushochhäusern kaufen - koste es, was es wolle. Der Ladenbesitzer Bobby Tochtermann hat's geschafft - das würden jedenfalls seine Freunde sagen. Gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Liz Wright hat er einen Friseur-Salon im West Village aufgebaut und zuletzt den wohl berühmtesten Bob der Welt gestylt - bei Anna Wintour. Er war dabei, als sie und Meryl Streep für das Cover der amerikanischen Vogue fotografiert wurden. Natürlich sei das der Traum aller Friseure, einmal am Vogue-Cover beteiligt zu sein, lacht der 40-Jährige. Aber es gebe trotzdem keinen Tag, an dem er nicht ans Geld denkt - und darüber, wie er überleben kann.
Damit sich was ändert, haben die New Yorker einen zum Bürgermeister gewählt, der sich selbst einen Sozialisten nennt. Zohran Mamdani will aufräumen und dafür sorgen, dass die Stadt mit den meisten Reichen wieder den Normalos und Geringverdienern gehört. Dafür legt er sich sogar mit US-Präsident Trump an, der ihn wiederum gerne als "Kommunisten" beschimpft.
Doch wie kann das gehen? Und was spüren die Ney Yorker jetzt schon von der Veränderung? Wir treffen Cristiaan Sparioso, der das Glück hat in einem Appartement zu wohnen, bei dem der Mietpreis durch die Stadt quasi "eingefroren" ist. Und trotzdem verlässt er die Stadt in diesem Sommer, um in Japan als Lehrer zu arbeiten. Er liebe New York, sagt er, "aber ich kann mir nicht vorstellen, hier eine Familie zu gründen."
Abigail Disney gehört zu den Reichen in New York, die sich eigentlich keine Gedanken ums Geld machen müssen. Der Enkelin von Roy Disney sind die Millionen in die Wiege gelegt worden. Doch für sie ist ihr berühmter Name auch Verpflichtung. "Tax the rich", fordert die Filmemacherin. Alle sollten Steuern zahlen, "auch die da oben", sagt sie und zeigt auf die Etagen, die Jeff Bezos am Madison Square Park gekauft hat. Wenn sich die Arbeiter, die Künstler, die Lehrer, die Familien nicht mehr leisten könnten, in New York zu leben, dann verliere die Stadt das, wofür sie ihre Heimat so liebt. Das Bunte, das Diverse, das Aufregende.
Kann New York, kann der neue Bürgermeister eine Trendwende schaffen? Raus aus der Teuer-Spirale? Und die Stadt damit zum Vorbild auch für andere Städte werden? ARD-Korrespondentin Marion Schmickler untersucht, ob New York auch diesmal wieder zum globalen Trendsetter werden könnte, und der Traum vom großen Aufstieg in New York noch eine Chance hat.